Kindergottesdienst mit der Gemeinde

Der Gottesdienst am Sonntagvormittag in der Kirche Salzgitter-Lebenstedt war für die Gemeinden Lebenstedt und Broistedt etwas Besonderes: die Kinder gestalteten ihn wesentlich mit.

Bereits um 8:45 Uhr herrschte reges Treiben in der Kirche. Festtagsstimmung lag in der Luft. Es wurde die Einschulung der jüngsten Sonntagsschulkinder gefeiert. Evangelist Dirk Pusch, der Vorsteher, saß mit Gitarre neben der Orgel und probte noch mal die Akkorde zur Begleitung des von ihm arrangierten Liedes „Jesus, der beste Lehrer“.

Einige Kinder waren bereits da, die anderen ließen nicht lange auf sich warten. Sie hatten ihre Lieblingssachen mitgebracht und ergänzten damit den fröhlich bunten Altarschmuck – es ist ein etwas ungewohnter Anblick, wenn eine Puppe vom Altar runterlächelt. Wie an einer Wäscheleine aufgereiht, hingen da u.a. auch bunte Lesezeichen, die mit einem Segensgruß versehen waren und den Kindern nach dem Gottesdienst überreicht werden sollten. Auf einer Schiefertafel vor dem Altar stand von Kinderhand geschrieben eine Gleichung:

Jesus + ich = Stärke

Drei Kinder steckten die Lieder für die Gemeinde (Eingangs- und Abendmahlslied) an. Dies löste bei ihnen und auch bei den bereits anwesenden Geschwistern Freude aus.

Um 9:15 Uhr begann das gemeinsame Üben des neuen Liedes und die Kinder - den Refrain auch die Gemeinde - sangen tüchtig mit. Anschließend erklangen Geige und Querflöte mit dem Lied „Das sei alle meine Tage“ gespielt von einer Konfirmandin und einer Religionsschülerin gefolgt von einer Darbietung des Kinderchores.

Die Kinder der Gemeinden Lebenstedt und Broistedt planten ein Bibelrätsel für den großen Kindergottesdienst in Hildesheim und so wurde das Rätsel zur Übung der Gemeinde vorgetragen. Diese bewies ihre Bibelfestigkeit und hatte kein Problem damit, aus den vorgetragenen Texten Josua und Kaleb, Ruth und Naomi, die drei Männer im Feuerofen sowie Tobias und den Engel Rafael zu erkennen.

„Lobe den Herrn“ im Kanon von Kindern und Gemeinde gesungen bot eine Zäsur und nach einigen Augenblicken der Stille betrat Priester Olaf Klostermann den Altar und begann den Gottesdienst.

Er diente dem Anlass angemessen mit dem Wort Epheser 4,15:

„Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus.“

Dabei stellte er allen Anwesenden vor Herz und Seele, wie wichtig es ist, Jesus nachzueifern und ihn somit an der Seite zu wissen. Er fragte die Kinder nach den Fächern, die sie aus der Schule kennen - und dabei waren besonders die kleinen Einschüler ganz stolz, einige bereits zu kennen und dies auch sagen zu dürfen. Solche Fächer, die uns tüchtig machen, haben wir auch hier im Hause Gottes.

In kindgerechter Weise zog Priester Klostermann den Vergleich eines Körpers heran, dessen „Teile“ durch den Kopf gesteuert werden. Jeder Teil aber erfüllt seine besondere Aufgabe und dient somit dem ganzen Körper.

Diakon Michael Schiller beschrieb in seinem Mitdienen den Umgang mit einem Schlauchboot. Wenn es nur auf einer Seite mit dem Paddel fortbewegt wird, dann dreht es sich im Kreis. Paddelt man aber auf beiden Seiten, dann kommt man gut vorwärts. Genau so ist es mit Beten und Lernen. Beides ist wichtig.

Nach der Feier des Heiligen Abendmahles erfolgte die Ehrung der Einschulungskinder. Die Konfirmanden überreichten ihnen eine Zuckertüte und ein liebevoll eingepacktes Liederbuch.

Als der Gottesdienst zu Ende war, wurden „Lichter“ für die Geburtstagskinder angezündet. Dies ist ein kleines Ritual, das den Kindern u.a. deutlich machen soll, dass sie im Kreise der Kinder und Geschwister geliebt werden und gute Wünsche für sie im Herzen getragen werden. Insgesamt wurden 10 Geburtstagskinder gefeiert, ein Licht für sie angesteckt und gute Wünsche ausgesprochen.

Alle Kinder erhielten zum Andenken an diesen schönen Tag ein Lesezeichen und gruppierten sich zum Fototermin vor dem Altar auf.

Kindergottesdienst mit Gemeinde – für alle eine Premiere! Die Kinder und auch die anwesenden „großen Gotteskinder“ fühlten sich wohl. Alle hatten sehr stark das Empfinden, wie die Liebe der Gemeinde die Kinder umfing und waren sich sicher, dass der Segen und die guten Wünsche aller Anwesenden unsere Kinder – hier besonders die kleinen Einschulungskinder – begleiten werden.

In einigen Gesprächen nach dem Gottesdienst wurde mehrfach der Wunsch geäußert, solche Veranstaltungen zukünftig öfters anzubieten.

?